7. November 2014

"Passagier 23" von Sebastian Fitzek

432 Seiten
ISBN: 9783426199190
Verlag: Droemer
Fünf Jahre ist es her, seit Polizeipsychologe Martin Schwartz seine Frau und seinen Sohn verloren hat. Während einer Kreuzfahrt mit der "Sultan of the seas" soll Nadja zunächst den gemeinsamen Sohn über Bord geworfen haben und dann selbst gesprungen sein. Was genau passiert ist, ist Martin bis heute unbegreiflich.
Eigentlich wollte Martin nie wieder einen Fuß auf ein Schiff setzen - und schon gar nicht auf die "Sultan of the seas"! Doch als eine Rentnerin, die ihren Lebensabend auf dem Kreuzfahrtschiff verbringt, ihn anruft und ihm sagt, er müsse unbedingt auf das Schiff kommen, da es neue Erkenntnisse zum Tod seiner Familie gäbe, macht er sich auf den Weg... und erfährt, dass ein vor zwei Monaten auf der "Sultan" verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist - mit dem Teddy seines Sohnes im Arm... und schwer traumatisiert.
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Fantastisch! Ein 'typischer' Fitzek - spannend, verwirrend, grausam und voller Überraschungen!

Wie man es von Sebastian Fitzek gewohnt ist, gab es die eine oder andere Szene/Beschreibung, bei der ich froh war, gerade nichts zu essen und Angst hatte, mir das Beschriebene bildlich vorzustellen. Es hat mich allerdings auch nicht weiter verwundert, als ich mich sogar nachts im Traum plötzlich auf einem Kreuzfahrtschiff befand ;-) Und erst die Zahnarzt-Szene... Hier hatte ich tatsächlich Angst, überhaupt weiterzulesen! AUA!

Nachdem ich direkt vor "Passagier 23" den letzten Fitzek-Thriller, "Noah", gelesen habe, der nun doch einen ganz anderen Stil aufweist, habe ich mich sehr gefreut, als ich in "Passagier 23" wieder dem 'altbekannten' Autoren begegnete und einfach nicht mehr aufhören konnte, zu lesen. 

Da ich jedes Buch von Sebastian Fitzek gelesen habe, neige ich mittlerweile bereits dazu, zwischendurch zu überlegen, wer der Täter sein könnte und dabei insbesondere an die Charaktere zu denken, von denen ich es wirklich gar nicht erwarten würde! Auch bei "Passagier 23" habe ich zwischenzeitlich dann schon mal an die richtige Person gedacht, wäre aber niemals drauf gekommen, wie das alles zusammenhängt und warum und überhaupt! ;-) 

Ich bin begeistert von diesem Buch. Die Charaktere, der Schreibstil, die Überraschungen und Wendungen und einfach alles! Besonders gefreut hat mich das Wiedersehen mit Diesel aus "Amokspiel". Den Charakter mochte ich nämlich in "Amokspiel" schon sehr gerne.

Es soll ja Leser geben, die von einem Buch zunächst die letzte Seite lesen. Seid gewarnt: "Passagier 23" ist nach der Danksagung noch längst nicht zu Ende ;-) 
Sehr interessant fand ich auch das Rätsel in der Print-Ausgabe, das ich mit der Hilfe eines Freundes, der Geocacher ist, schnell lösen konnte. 

Langer Rede, kurzer Sinn: Das Buch ist einfach genial! Fitzek, wie er leibt und lebt! Thriller-Fans (und ganz besonders Fitzek-Fans!) sollten "Passagier 23" UNBEDINGT lesen!
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6. November 2014

"Noah" von Sebastian Fitzek

Noah verstand das meiste nicht von dem, wovon sein merkwürdiger Weggefährte den ganzen Tag über redete. Streng genommen verstand er sein gesamtes Leben nicht mehr, wobei Leben vermutlich der falsche Begriff für das Dasein war, das er führte, seitdem er vor gut vier Wochen zum ersten Mal wieder zu Bewusstsein gekommen war, tief unter der Erde, in dem stickigen Verschlag neben dem stillgelegten U-Bahn-Schacht, den Oscar sein "Versteck" nannte.
aus: "Noah" von Sebastian Fitzek

559 Seiten
ISBN: 9783785724828
Verlag: Bastei Lübbe
Er kennt weder seinen Namen noch seine Herkunft noch weiß er, wie er nach Berlin kam, wo er seit ein paar Wochen auf der Straße lebt. Die anderen Obdachlosen nennen ihn Noah, denn dieser Name ist auf sein Handgelenk tätowiert.
Die Suche nach Noahs wahrer Herkunft erweist sich alles andere als einfach und fordert zahlreiche Opfer. Schon bald wissen Noah und sein Kumpel Oscar nicht mehr, wem sie noch trauen können und vielleicht ist an Oscars Verschwörungstheorien ja doch mehr dran als Noah glauben wollte...
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"Noah" ist ein schockierendes Buch. Es konfrontiert den Leser mit zahlreichen Wahrheiten, vor denen die meisten Menschen lieber die Augen verschließen.
Und genau dieses Thema hat Sebastian Fitzek in diesem Buch aufgegriffen und untermalt mit schockierenden, doch leider wahren Fakten.

Dieses Buch ist anders als die bisherigen Fitzek-Bücher, doch ist es mindestens genauso spannend und faszinierend. Vom Ende war ich leider nicht ganz überzeugt, doch ändert das nichts daran, dass die Geschichte insgesamt gut ist.

Ich muss auch zugeben, dass ich dieses Mal keine Ahnung hatte, wie irgendetwas zusammenhängen könnte. Auf die Lösung wäre ich niemals gekommen!

Und wie in jedem Fitzek-Buch haben mir die Charaktere wieder sehr gut gefallen. Oscar und Noah waren mir schon sehr schnell sympathisch. 

Im Vergleich mit den anderen Büchern von Sebastian Fitzek konnte mich "Noah" nicht ganz überzeugen - vielleicht liegt es daran, dass dieses Buch einfach kein "typischer" Fitzek ist und ich andere Erwartungen hatte.
Nichtsdestotrotz kann ich diesen Thriller nur empfehlen und er regt auf jeden Fall zum Nachdenken an! 
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4. November 2014

"Veronika beschließt zu sterben" von Paulo Coelho

Verrückt ist, wer in seiner eigenen Welt lebt. Wie die Schizophrenen, die Psychopathen, die Manischen. Oder besser gesagt, Menschen, die anders sind.

Als ich die Tabletten genommen habe, wollte ich jemanden umbringen, den ich hasste. Ich wusste nicht, dass es in mir andere Veronikas gab, die ich lieben könnte.

'Ich hätte verrückter sein sollen.' Doch wie die meisten Menschen entdeckte sie das zu spät.

Ach, könnten doch alle Menschen ihre innere Verrücktheit kennenlernen und mit ihr leben! Wäre die Welt deswegen schlechter? Nein, die Menschen wären gerechter und glücklicher.

aus: "Veronika beschließt zu sterben" von Paulo Coelho

224 Seiten
ISBN: 9783257233056
Verlag: Diogenes
Die 24-jährige Veronika ist sicher, dass sie bereits alles erlebt hat, was sie erleben wollte. Nun beschließt sie, zu sterben. Doch die Medikamentenüberdosis bringt ihr nicht den Tod, sondern einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik.
In "Villete" eröffnen ihr die Ärzte dann jeodch: Die Tabletten haben ihr Herz unwiderruflich geschädigt und wird in einigen Tagen aufhören, zu schlagen.
Im Angesicht des Todes erkennt Veronika wider Erwarten den Wert des Lebens, findet ihren Lebenswillen wieder und traut sich endlich, das zu tun, was sie möchte. Sie beginnt ihre Wünsche und Sehnsüchte auszuleben und erkennt, was ihr im Leben immer gefehlt hat: die gewisse Prise Verrücktheit.

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Das, was vielen anderen Lesern überhaupt nicht gefällt, macht für mich das Besondere an "Veronika beschließt zu sterben" von Paulo Coelho aus, nämlich, dass neben Veronikas Geschichte auch die Geschichten von weiteren Psychiatrie-Patienten erzählt werden. Ob die depressive Zedka, der schizophrene Eduard oder die an einer Panikstörung leidende Mari - ich fand' die Storys passend eingebaut und sehr bewegend erzählt.

Ich finde es ganz besonders toll, dass der Autor Beispiele gewählt hat, in denen die Betroffenen nicht durch irgendwelche Schicksalsschläge oder so erkrankt sind, sondern eher dadurch, dass die eigenen Träume, Wünsche und Sehnsüchte verdrängt wurden, dadurch, dass die Protagonisten versuchten, es allen anderen recht zu machen, nur nicht sich selbst - dadurch, dass jeder Tag gleich war, das Leben nur aus Warten bestand. Einfach, weil die Prise "Verrücktheit" fehlte, die das Leben interessant und lebenswert macht. 


Für mich kam in "Veronika beschließt zu sterben" wunderbar rüber, wie wichtig es ist, nicht nur für andere zu leben, sondern an sich selbst zu glauben, auch mal egoistisch zu sein und SEIN Leben zu leben. 

Die Geschichte springt zwar hin und her - mal geht es um Veronika, dann um Dr. Igor, dann wieder um Zedka, Mari oder Eduard -, doch ich fand' gerade das sehr gut. 

Die Aussage des Buches ist ganz klar: Glaub' an dich, leb' deine Träume und sei auch mal 'verrückt'!
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1. November 2014

"Der schöne Unbekannte" von Katjana May

Nicht immer sind die Dinge, wie sie scheinen, wenn ein schöner Unbekannter ins Leben einer jungen Frau tritt, und die Spuren, die er dort hinterlässt, können sie für immer verändern...
aus: "Der schöne Unbekannte" von Katjana May
52 Seiten
ISBN: 9783646600209
Verlag: Impress
In vier Kurzgeschichten erzählt Katjana May von 'dem schönen Unbekannten', der plötzlich im Leben einer jungen Frau auftaucht und ihr den Kopf verdreht, ihr bisheriges Leben verändert.

In allen vier Geschichten überzeugt die Autorin erneut mit ihrem emotionalen, anschaulichen Schreibstil, der nicht nur die Fantasie des Lesers anregt, sondern ihn auch nachdenklich hinterlässt.

Während die erste Story mich noch nicht ganz überzeugt hatte, machte bereits die zweite Geschichte alles wett und ich kann das Buch insgesamt nur empfehlen.

Es ist fantastisch, magisch, geheimnisvoll. Ein schöner Zeitvertreib für Freunde von Liebesgeschichten!
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31. Oktober 2014

"Der Galgenaufstand" von Lars Schütz

Göttersturz #2

Ein Sprichwort kam einmal in mein Ohr hinein:
Im Auge des Sturms soll's am sichersten sein.

Manchmal findet man Freunde in Menschen, von denen man es niemals erwartet hätte.

aus: "Der Galgenaufstand" von Lars Schütz
130 Seiten
ISBN: 9783646600230
Verlag: Impress
Kaum jemand kennt die Hauptstadt Galyriens besser als Rowen, genannt "die Maus". Nur weniges bleibt dem Dieb verborgen, der versucht, den Lebensunterhalt für sich und seine Schwestern zu sichern. Doch eines Tag landet er am Galgen... Doch sein Strick reißt und er kann fliehen - und gerät in den Mittelpunkt einer Revolution, deren Anführer er sein soll... Er, der sich doch sonst aus allem raushält!
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Eine packende und spannende Fortsetzung der Göttersturz-Saga von Lars Schütz!
Obwohl mir der erste Teil, "Das Efeumädchen", etwas besser gefiel, hat auch "Der Galgenaufstand" mich wieder begeistert und der Cliffhanger sorgt dafür, dass ich Teil 3 kaum erwarten kann!

Lars Schütz' Schreibstil ist super. Die Geschichte liest sich flüssig, spannend, wenig Fehler, dafür tolle Charaktere, actionreiche Handlungen und Szenerien, die sich der Leser gut vorstellen kann.

Dass Rowen "die Maus" genannt wird und dies sich auch sonst durch sein Leben zieht, fand ich wahnsinnig sympathisch und toll. So wurde z. B. der Unterschlupf von ihm und seinen Schwestern als Mäusenest und seine Schwestern als Mäuseschar bezeichnet. Ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn wieder so eine Andeutung auftauchte, da diese die Geschichte irgendwie zu etwas 'Besonderem' machen :-) 
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"Verliebe dich nie in einen Rockstar" von Teresa Sporrer

Lost in Stereo #1

"Du blamierst dich generell oft."
"Mache ich nicht", murmelte ich beleidigt und funkelte meine Freundinnen böse an. "Wann habe ich mich denn bitteschön blamiert?"
"Zum Beispiel, als du im Religionsunterricht Breaking Dawn gelesen und dich dann aufgeregt hast, wie Vampire ohne fließendes Blut den Geschlechtsakt vollziehen können." Violet klopfte mir auf die Schulter. "Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich so in Rage geredet hat."
"Aber es stimmt doch", knurrte ich.


Für Alex waren wohl alle Mädchen gleich: Haare, Brüste, Bauch, Po und Beine. Mehr sah er sich in Frauen. Nur LUstobjekte. Warum verkrampfte sich nur mein Herz bei dem Gedanken, dass ich selbst nicht mehr für ihn war? Okay, meine Hormone flüsterten mir wie eine zweite Persönlichkeit ein, dass Alex ziemlich heiß war und ich mich glücklich schätzen durfte, dass er Interesse an mir zeigte, schließlich würden meine Freundinnen alles für ihn geben.

aus: "Verliebe dich nie in einen Rockstar" von Teresa Sporrer

232 Seiten
ISBN: 9783646600254
Verlag: Impress
Zoey kann den ganzen Trubel nicht verstehen: Als Alex "Acid" in ihre Klasse kommt, sind alle Mädchen und auch Zoeys Freundinnen ganz aus dem Häuschen. Nur Zoey kann mit dem Rockstar nicht viel anfangen.
Und dann sitzt er auch noch ausgerechnet neben ihr, wird zu ihrem Chemie-Laborpartner und dann braucht Acid auch noch Nachhilfe in Mathe - und möchte unbedingt, dass Zoey sie ihm gibt.
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Ich habe recht lange mit mir gehadert und das Buch immer wieder aufgeschoben, weil ich mir nicht ganz sicher war, wie es mir gefallen wird. Doch im Nachhinein bin ich wirklich begeistert!
Es ist leichte Kost - klar. Eine mehr oder weniger typische Rockstar-Liebesgeschichte halt - aber alleine schon Teresa Sporrers Schreibstil ist fantastisch! Locker, sympathisch und vor allem humorvoll!

Die Dialoge zwischen Zoey und Alex sind der Autorin einfach super gelungen. Ich habe sicherlich das halbe Buch über geschmunzelt und/oder gelacht ;-)

Und womit Teresa Sporrer mich definitiv als Fan gewonnen hat, waren die Ausschnitte aus Songtexten und die Songs, die ich mir dank "Verliebe dich nie in einen Rockstar" angehört habe. Genau wie Zoey im Buch war ich sehr dankbar für Acids Vorschläge/Empfehlungen und habe den einen oder anderen Song entdeckt, den ich noch nicht kannte, doch jetzt gerne höre!

In diesem Buch ist einfach alles vorhanden: Liebe, Musik, Humor (genialer Humor!) und natürlich auch ein wenig Drama ;-) 
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"Verliebt, verloren, verzaubert" von Melanie Neupauer

Das Geheimnis der schwarzen Rose #2

Liebste Natalie,
meine Worte schreibe ich in großer Hast.
Ich freue mich schon, wenn wir uns in der Vergangenheit wiedersehen. Mach dich aber auf einige Überraschungen gefasst!
(...)
Ich vermisse dich jetzt schon.
In Liebe,
dein Artus
aus: "Verliebt, verloren, verzaubert" von Melanie Neupauer

272 Seiten
ISBN: 9783646600414
Verlag: Impress
Natalie ist untröstlich. Da hat sie in Artus ihre große Liebe gefunden - doch kaum ist er wieder im Land der schwarzen Schatten, hört sie gar nichts mehr von ihm. Keine Briefe, keine schwarzen Rosen, kein Liebesbekundungen... Sie möchte ihn unbedingt wiedersehen, doch dafür muss sie erst mal in die Vergangenheit reisen, um eine verschwundene Prophezeiung zu finden. Doch zunächst muss sie rausfinden, wie sie das überhaupt anstellen soll...
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Mit "Verliebt, verloren, verzaubert" geht die Serie "Das Geheimnis der schwarzen Rose" von Melanie Neupauer genauso zauberhaft weiter wie bereits im ersten Teil.

Obwohl auch hier wieder einige Rechtschreibfehler meinen Lesefluss gelegentlich störten, hat die Autorin mich wieder mit ihren Ideen und ihrem Schreibstil begeistert und in den Bann von Peretrua gezogen.
Oh, und wie gerne würde ich auch eine Zeitreise in die Vergangenheit machen können wie Natalie und Gingin!

Auch der Schluss gefiel mir eigentlich ziemlich gut, besonders der Epilog, dessen Stil ich sehr mochte - allerdings erschien mir das Ende etwas 'schnell'. Mir schien, als ob sich plötzlich alles von jetzt auf gleich geklärt hat. Hier hätte ich mir evtl. noch ein wenig mehr 'Ausschmückung' oder vielleicht auch einen dritten Teil gewünscht.

Nichtsdestotrotz kann ich "Das Geheimnis der schwarzen Rose" nur empfehlen. Mir gefielen die Szenerien, die Charaktere waren mir sehr sympathisch und dieses ganze zauberhafte Feeling, das die Elfen, Trolle, Schokobrunnen und magische Schlangen verleihen, hat mich einfach überzeugt!
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"Falkenmagie" von Katjana May

"Ja, verdammt noch mal, wir sollten reden, damit ich endlich, endlich einmal begreife, was hier vor sich geht und warum dauernd Sachen passieren, die eigentlich nicht möglich sind! Und dann bring mich wieder dorthin zurück, woher ich gekommen bin!"
aus: "Falkenmagie" von Katjana May

74 Seiten
ISBN: 9783646600032
Verlag: Impress
Kyra weiß gar nicht, wie ihr geschieht, als ihr plötzlich mitten im Park ein junger Mann vor die Füße fällt. Eigentlich wollte sie doch nur vor dem Regenschauer noch nach Hause kommen - doch nun entführt dieser Mann sie in eine eigenartige Parallelwelt, in der sie die Gespielin des Herrschers werden soll und in der Magie an der Tagesordnung steht... Passiert das wirklich? Und wird Kyra wieder nach Hause kommen?
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"Falkenmagie" war meine zweite Geschichte von Katjana May und ich bin mir schon jetzt sehr sicher, dass mir auch weitere Bücher der Autorin sehr gefallen werden. Ich bin begeistert von ihrem Schreibstil, der mich quasi in seinen Bann zieht und die Magie richtig 'greifbar' werden lässt.

Es ist schade, dass die Geschichte so kurz ist. Ich hätte sehr gerne noch viel mehr gelesen! Katjana May beschreibt so anschaulich, dass ich sofort voll in der Story drin war und mich wunderbar in Kyra hineinversetzen konnte. 

Sicherlich macht die Kürze der Novelle auch einen Teil des 'Zaubers' aus. So sehr man sich als Leser vielleicht wünscht, dass es noch weitergehe, so schön ist es doch, wenn einfach noch Raum für das eigene Kopfkino, die eigene Fantasie bleibt.

Auch das Cover von "Falkenmagie" gefällt mir ganz besonders. Die Augen des Falken ziehen den Leser förmlich an und flüstern ihm ein "Lies mich!" ;-)
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"Zehn Mal fantastische Weihnachten"

164 Seiten
ISBN: 9783646600339
Verlag: Impress
Wer schon immer wissen wollte, was die Protagonisten der Impress-Serien während der Weihnachtszeit denken, fühlen und machen, ist bei "Zehn Mal fantastische Weihnachten" genau richtig.
Ob es um den sehnlichsten Weihnachtswunsch der Halbelbin Gingin aus "Das Geheimnis der schwarzen Rose", den Heiligabend bei den Vampiren Elias und Ana aus der Sanguis-Trilogie, die an diesem Tag ihren Geburtstag feiern oder um die Shadowcaster Faith und Cole, die kurz vor Weihnachten noch einen anstrengenden Auftrag absolvieren müssen, geht - Weihnachtsstimmung kam bei mir in fast jeder Geschichte auf.

Während ich zu einigen Storys die zugehörige Serie schon kannte, hatte ich trotzem auch bei den mir bisher unbekannten keine Probleme, mich einzufinden.

Sicherlich war ich bei manchen Geschichten doch traurig, dass sie so schnell vorbei waren und hätte gerne noch viel mehr gelesen, doch handelt es sich hier ja nun mal um Kurzgeschichten ;-) Das muss dem Leser auf jeden Fall klar sein.

Diese Sammlung ist auf jeden Fall ein schöner Zeitvertreib, um etwas in Weihnachtsstimmung zu kommen und die eine oder andere Geschichte werde ich bestimmt noch ein weiteres Mal lesen.
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30. Oktober 2014

"Dein Kuss in meiner Nacht" von Cathy McAllister

Shadowcaster #1

"Im Traum ist alles möglich", antwortete er und ergriff meine Hand. (...) "Dann bist du gar nicht wirklich hier?", fragte ich enttäuscht.
"Ich bin hier, so wirklich oder unwirklich wie du. Dies ist kein normaler Traum. Wir haben eine Traumbegegnung. Das ist mehr als nur ein normaler Traum, aber nicht wirklich eine Begegnung."


"Was kann ich tun?", flüsterte ich besorgt. "Du tust schon alles, was du kannst", erwiderte er. "Weil du da bist, weil du meine Nächte friedvoll machst und frei von Schmerz. Und weil du mir einen Grund gibst, zu überleben."
aus: "Dein Kuss in meiner Nacht" von Cathy McAllister
226 Seiten
ISBN: 9783646600049
Verlag: Impress
Faith macht um Jungs einen großen Bogen. Generell ist sie viel lieber für sich. Doch dem neuen Schüler kann auch sie nur schwer widerstehen. Der attraktive Cole ist anders als alle Jungs, die Faith bisher kennengelernt hat.
Doch dann passieren in Tristan Falls merkwürdige Dinge. Ein Mädchen wird vermisst - und auch Faith findet sich bald in einer anderen Welt wieder, in der sie in ihren Träumen mit Cole kommunizieren kann...
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Ich war schon nach den ersten Sätzen voll dabei und gespannt, wie es weiter geht. Der Schreibstil gefiel mir sehr. Es ist einfach und flüssig zu lesen und Cathy McAllister hat mit Faith und Cole sympathische Charaktere geschaffen, in die man sich im Laufe der Story wunderbar hineinversetzen kann.

Die Sichtweise wechselt. Faith Perspektive erleben wir in der ersten Person, während die Szenen aus Sicht Coles oder der Feinde in der dritten Person geschrieben sind. Besonders gerne habe ich die Szenen gelesen, in denen Faith und Cole sich im Traum begegnet sind oder gedanklich kommuniziert haben. Diese Szenen waren irgendwie 'anders', 'besonders' :-)


Die Geschichte gefiel mir im Großen und Ganzen auch sehr gut, allerdings kam mir der Schluss dann doch etwas 'schnell' vor, was ich recht schade fand. Auch das Thema der Shadowcaster-Gefährten hätte ich mir etwas detaillierter oder so gewünscht.

Generell kann ich "Dein Kuss in meiner Nacht" von Cathy McAllister jedoch nur empfehlen! Ein fantastischer Auftakt der "Shadowcaster"-Reihe.
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27. Oktober 2014

"Plötzlich Amor" von Stefanie Diem

"Hörst du mich, Liebe? Ich hasse dich! Wieso bist du nur so verdammt ungerecht und hart und tust so verdammt weh? ICH HASSE DICH!"
Die letzten Worte schrie ich mit der ganzen Wucht meiner Verzweiflung in die Nacht hinaus.


"Es ist eine schwere Aufgabe. Du kannst nicht immer alle Menschen glücklich machen, das ist unmöglich. (...) Das Schicksal ist mein größter Feind und gleichzeitig mein größter Freund. Allein das Schicksal weiß, wer wirklich füreinander bestimmt ist und wer nicht."
aus: "Plötzlich Amor" von Stefanie Diem
142 Seiten
ISBN: 9783646600445
Verlag: Impress
Valerie hat Liebeskummer. Und ausgerechnet am Valentinstag sieht sie ihren Ex-Freund mit seiner Neuen. Und dann steht auch noch ein wildfremder Junge vor ihrer Tür und behauptet, er wäre der Liebesengel Amor höchstpersönlich.
Dass sie die Liebe hasst, will er so nicht hinnehmen und bietet ihr für 14 Tage seinen Job an. Doch es gibt eine Bedingung: Sie darf sich keinesfalls verlieben!
Für Valerie ist das doch gar kein Problem, hat sie der Liebe schließlich gerade erst abgeschworen. Doch nicht nur der Umgang mit Pfeil und Bogen stellt sich als schwierig heraus, sondern auch der Liebesengel weckt Gefühle in der Siebzehnjährigen...
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Was mir an diesem Buch als erstes auffiel, war das tolle Cover. Die farbliche Gestaltung gefällt mir sehr und erwies sich für mich daher sofort als Blickfang.

Und auch die Geschichte konnte mich schnell begeistern! Zu Beginn war ich doch ein wenig skeptisch, aber das hat sich bald gelegt und ich konnte mich wahnsinnig gut in Valerie hineinversetzen. Besonders die Szene, in der sie in die Nacht schreit, dass sie die Liebe hasst, hat mich ziemlich berührt. Hier waren ihr Kummer und ihre Wut förmlich greifbar.

Die Story nahm dann auch noch einige Wendungen, mit denen ich doch nicht gerechnet hätte, die mir aber super gefallen haben.
Liebe, Spannung und auch Drama - in "Plötzlich Amor" von Stefanie Diem ist alles vorhanden. Und nach der Lektüre neigt man tatsächlich dazu, es Amor zu verzeihen, wenn er mal einen Fehler gemacht hat und man mit Liebeskummer kämpfen muss ;-)

Stefanie Diems Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gefallen. Ich war schnell in der Geschichte drin und wollte kaum noch aufhören, zu lesen. Die Szenerie wurde anschaulich dargestellt und auch die Charaktere waren mir größtenteils sehr sympathisch und boten die eine oder andere Überraschung.

Eine schöne, eher leichte Lektüre für zwischendurch, bei der Freunde von Liebesgeschichten auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen!
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24. Oktober 2014

"Verliebt, verlobt, verflucht" von Melanie Neupauer

Das Geheimnis der schwarzen Rose #1

Liebe Natalie,
vielleicht wirst du dich meiner nicht mehr erinnern.
Unser letztes Treffen war vor vielen Jahren.
Unser hastiger Abschied brach mein Herz.
Doch nun bin ich wieder zurück in der Stadt.
Mein Herz verlangt nach dir, ich will dich auf Gedeih und Verderb wiedersehen,
weil es sonst für immer zu Stein werden wird.
Dein Dir ergebener
Artus R. Ruvin
aus: "Verliebt, verlobt, verflucht" von Melanie Neupauer

168 Seiten
ISBN: 9783646600155
Verlag: Impress
Natalie Brebins Leben könnte kaum besser sein... Ihr Haustroll macht fantastische Karamellwaffeln, Bebittas Zauberstift lässt jeden Pickel verschwinden, ihr Vater hat in seinem Krimskramsladen allerlei praktische Dinge und ihre beste Freundin ist die Halbelbin Gingin, mit der Natalie jeden Blödsinn machen und bequatschen und sogar die langweiligen Geschichtsstunden durchstehen kann.
Zum perfekten Glück fehlt nur noch ein Freund. Doch Natalies Schwarm interessiert sich leider nicht für sie. Natalies Leben ändert sich jedoch schlagartig, als sie im Kamin eine schwarze Rose und einen Liebesbrief findet. Doch wer ist hier geheimnisvoller Verehrer? Während er sie zu kennen scheint, ist Natalie sich sicher, keinen Artus zu kennen...
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Ich verstehe gar nicht, wieso es so lange gedauert hat, bis ich "Verliebt, verlobt, verflucht" von Melanie Neupauer gelesen habe! Ich war einfach begeistert und gefesselt und total fasziniert.

Die ganze Szenerie hat mich etwas an Harry Potter erinnert. (Mini-)Trolle, erkältete Kakteen, spickzettelfressende Spiegel, Zauberer, Elben, ... Melanie Neupauer hat eine fantastische Welt erschaffen, die so bunt und magisch scheint, dass sie einfach faszinieren muss.
Wie gerne hätte ich selbst am Schokobrunnen eine Tasse heiße Schokolade getrunken und ein Date auf dem Rosenteich gehabt!

Es gibt zwar viele Bücher, die mir gefallen, die ich gerne lese und bei denen ich mir die Szenerie auch sehr gut vorstellen kann bzw. förmlich vor mir sehe. Doch nur wenige strahlen diese "Magie" so sehr aus, ziehen mich sozusagen in ihren fantastischen Bann wie der erste Teil der "Das Geheimnis der schwarzen Rose"-Reihe.

"Verliebt, verlobt, verflucht" hat mich wirklich an Harry Potter erinnert, nur dass im Gegensatz zu Harry Potter hier Liebe und Romantik eine große Rolle spielen und die Welt, in der Natalie und Gingin leben, irgendwie noch viel bunter erscheint.

Wer Fantasy und Lovestorys mag, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall nicht entgehen lassen!
Einziges Manko sind so einige Rechtschreib-/Grammatikfehler, die den Lesefluss schon ziemlich gestört haben. Auch Logikfehler fielen mir auf, so hatten Natalies Sommersprossen zum Beispiel mal eine Sternschnuppen- und dann eine Schneeflockenform.
Aber auch wenn die Fehler doch auffielen und kurzzeitig störten, ist die Geschichte ansich einfach schön!
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"Das Efeumädchen" von Lars Schütz

Göttersturz #1

Wir sind Söldner. Gekaufte Klingen. Verräterische Hunde nennen uns die einen, ruchlose Mörder die anderen. Aber eines, das haben wir uns nicht vorzuwerfen: Wir handeln nach unserem Gewissen, auch wenn es nicht besonders rein ist. Wir töten nur, wen wir töten wollen, und wir verschonen, wen wir verschonen wollen. Wir haben keine Dienstherren, die uns befehlen, Unschuldige zu töten...

Schatten sind Geisterwesen - spektralartig. Wie Gas. Über Mund und Nase gelangen sie in uns, in unser Gehirn, wo sie sich festsetzen. Dies ist nicht weiter schlimm, die meisten Schatten sind schwächlich und sterben bald ab. Doch manchen gelingt es, Kontrolle über die Seele zu erlangen. Sie übernehmen diesen Menschen. Schatten sind intelligent - sie lassen es dem Menschen nicht anmerken.
aus: "Das Efeumädchen" von Lars Schütz

141 Seiten
ISBN: 9783646600124
Verlag: Impress
Alle dreißig Jahre begleitet eine Eskorte, bestehend aus Kriegern und Wissenschaftlern, das auserwählte Efeumädchen zum Gott Orchon. Laut einer Legende kann nur ein Efeumädchen den Zorn des Gottes besänftigen und verhindern, dass die Welt zerstört wird.
Der Weg ist gefährlich und fordert immer wieder viele Opfer. Und dem Söldner Corellius kommen schon bald Zweifel, ob alles seine Richtigkeit hat und ob das Efeumädchen wirklich den Tod verdient hat...
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Asterix & Obelix meets Harry Potter ;-) Aber das keineswegs im negativen Sinne!

Während ich mich an Harry Potter nur kurzzeitig wegen einer Riesenspinne erinnert fühlte, kam mir der Gedanke an Asterix & Obelix doch öfter. Die beiden Söldner Corellius und Ulme haben mich ziemlich an die beiden erinnert - und das gibt eindeutig einen Pluspunkt!

Auch ansonten hat mir der erste Teil der Göttersturz-Saga von Lars Schütz sehr gut gefallen. Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch herangegangen, doch war schon auf den ersten Seiten gefesselt.

Lars Schütz wartet nicht nur mit interessanten Charakteren auf, sondern auch mit eindrucksvollen Beschreibungen der Szenerie und Geschehnisse. Mir hat es gefallen, die Eskorte auf ihrem beschwerlichen Weg zu begleiten und mitzufiebern, was die Gefahren und das Ende anging.
Kurz habe ich überlegt, was es über mich sagt, dass es mich gar nicht weiter berührt hat, wenn es menschliche Opfer gab - doch sobald die Eskorte Pferde verlor, flossen bei mir die Tränen ;-)
Ehrlicherweise muss ich gestehen, eine Szene auch nur überflogen zu haben, da ich dort schnell gemerkt habe, dass mir die Beschreibungen eindeutig zu plastisch waren und ich wollte mir so viel Blut nicht zu genau vorstellen ;-)

Insgesamt kann ich "Das Efeumädchen" von Lars Schütz jedenfalls nur empfehlen! Da mir das gesamte Buch schon sehr gut gefiel, war ich erstaunt, dass der Schluss das Ganze noch toppen konnte - und auch einen geschickten Cliffhanger hat der Autor noch eingebaut!
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20. Oktober 2014

Jugendbuch-Challenge 2014


Worum geht's?
Im Zeitraum vom 01.10.2013 bis 31.12.2014 sollen 25 Jugendbücher gelesen werden. Als Jugendbücher zählen Bücher mit Protagonisten zwischen 13 und 18 Jahren, wobei zwei bis fünf der Bücher auch von jüngeren Protagonisten handeln dürfen.
Gezählt werden alle Jugendbücher mit einem Erscheinungsdatum zwischen Oktober 2013 und Dezember 2014. Als Beweis für die gelesenen Bücher werden Rezensionen geschrieben und gepostet. 

DIe Anmeldung ist noch weiterhin möglich! Weitere Infos gibt es hier!


Mein Fortschritt:


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"Cupid - Unendliche Nacht" von Nadine d'Arachart, Sarah Wedler

Die Niemandsland-Trilogie #2

Das Warten auf den Tod ist manchmal qualvoller als der Tod selbst.


Die Dinge ändern sich. Es ist nicht mehr alles schwarz und weiß. Du kannst nicht durch die Welt laufen und stumpfsinnig weiter Cupids töten, als wäre das die Lösung all deiner Probleme.
aus: "Cupid - Unendliche Nacht" von Nadine d'Arachart und Sarah Wedler
283 Seiten
ISBN: 9783646600520
Verlag: Impress
Jo hätte niemals gedacht, dass sie lieben könnte. Doch als ihr Schützling Patience ihr offenbart, dass sie ebenfalls in Cy verliebt ist, fasst Jo einen schwierigen Entschluss: Sie will den beiden nicht im Wege stehen und setzt gemeinsam mit dem Halb-Cupid Skinner alles daran, herauszufinden, wie die Chips der Wächter gelöscht werden können.
Doch auch Darian Leigh gibt nicht auf und setzt alles daran, Patience zu finden und seine Ziele zu verfolgen.
Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Werden die Watcher es schaffen, bevor ihre Chips deaktiviert werden?
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Eine spannende Fortsetzung, die locker mit dem ersten Teil mithalten kann!
Ich war von der ersten Seite an gleich wieder voll in der Geschichte drin. Und obwohl mir schon das erste Buch sehr gut gefallen hat, würde ich behaupten, dass in "Cupid" sogar noch mehr Spannung und Action vorhanden sind.

Besonders interessant fand ich die Geschichte der Cupids. Schon in "Watcher" dachte ich mir, dass da mehr hinterstecken müsse und fand' die Kinderhäscher zeitweise sogar ein wenig sympathisch und dieser Eindruck bestätigte sich im Laufe dieser Geschichte dann immer wieder.

Der Schreibstil des Autorinnen-Duos ist ebenfalls auch hier nur zu loben. Sie beschreiben die Charaktere, Geschehnisse und Szenerie anschaulich und zaubern dem Leser die Bilder sozusagen vors innere Auge. 


Ich kann es kaum erwarten, im dritten Teil zu erfahren, wie die Geschichte endet. (Einziges Manko: Dann ist es vorbei *seufz*)
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13. Oktober 2014

"Geschichte der O" & "Rückkehr nach Roissy" von Pauline Réage

Und doch stellt O, auf ihre Weise, ein männliches Ideal dar, jedenfalls ein Männerideal. Endlich eine Frau, die es zugibt! Die was zugibt? Das, wogegen die Frauen sich allezeit gewehrt haben (und niemals heftiger als heute). Das, was die Männer aller Zeiten ihnen vorgeworfen haben: daß sie immer nur ihrem Blut gehorchen; daß alles an ihnen Sexus ist, sogar der Verstand. Daß man sie unaufhörlich füttern müßte, unaufhörlich waschen und schminken, unaufhörlich prügeln. Daß sie einfach einen guten Herren brauchen, und zwar einen, der sich hütet vor seiner Güte: denn sobald wir unsere Güte zeigen, beziehen sie daraus allen Elan, alle Freude, alle Leichtigkeit, die sie brauchen, um sich von anderen lieben zu lassen. Kurz, daß man die Peitsche mitnehmen muß, wenn man zu ihnen geht.
aus: "Die Geschichte der O" von Pauline Réage (aus dem Vorwort von Jean Paulhan)

Sie war nicht mehr frei? Ah! Gott sei Dank, sie war nicht mehr frei. Aber sie fühlte sich leicht, Göttin auf der Wolke, Fisch im Wasser, verloren im Glück. Verloren, weil diese feinen Haare, diese Stricke, die René alle in seiner Hand hielt, das einzige Kraftnetz waren, durch das seither der Strom ihres Lebens floß. Das war nur allzu wahr, denn wenn René seinen Griff lockere - oder sie es sich einbildete - wenn er abwesend schien oder sich, voll Gleichgültigkeit, wie O glaubte, von ihr entfernte, oder wenn er sich nicht mit ihr traf oder ihre Briefe nicht beantwortete und sie glaubte, er wolle sie nicht mehr sehen, oder seine Liebe sei im Schwinden oder er liebe sie überhaupt nicht mehr, erstarb alles in ihr, erstickte sie.
aus: "Die Geschichte der O" von Pauline Réage

Aber sie wusste nicht mehr, ob ihr davor graute, Sklavin zu sein - oder nicht genug Sklavin zu sein. Es war weder das eine noch das andere, ihr graute davor, nicht mehr geliebt zu werden. Was hatte sie getan, was hatte sie zu tun unterlassen, dass sie es verdiente, nicht mehr geliebt zu werden? Wie töricht bist du doch, O, als ob es sich um Verdienst handelte, als ob du etwas dabei tun könntest.
aus: "Rückkehr nach Roissy" von Pauline Réage
302 Seiten
Verlag: Deutscher Bücherbund Stuttgart
O, eine erfolgreiche Pariser Modefotografin, wird von ihrem Geliebten René auf das abgelegene Schloss Roissy gebracht. Dort wird sie zur Liebessklavin ausgebildet und darin geschult, stets den Männern auf jede Art zu Diensten zu sein.
Nach ihrer Zeit auf Roissy übergibt ihr Geliebter sie an Sir Stephen, der sich als noch weitaus dominanter als René erweist. O verliebt sich in ihn und unterzieht sich einer noch strengeren Ausbildung und Kennzeichnung.

Jean Paulhan schreibt im Vorwort des Buches, das es den Leser nicht so hinterlassen würde, wie es ihn vorgefunden hätte. Ich weiß nicht, ob ich mich während der Lektüre verändert habe - doch hat mich die "Geschichte der O" auf jeden Fall sehr tief berührt, mehr als ich es mir je hätte vorstellen können.

Dieses Buch gehört zu den Büchern, die ich nicht "verschlingen" konnte, bei denen ich zum Ende hin immer langsamer lesen wollte, weil ich wusste - bald ist es vorbei!

Die "Geschichte der O" von Pauline Réage ist definitiv nichts für Zartbesaitete. Obwohl die Erzählung ohne sonderlich obszöne Ausdrücke auskommt, ist sie einfach stellenweise brutal. Es wird von Folter, von Pein, von Vergewaltigung, von unvorstellbaren Qualen berichtet - und genau wie O selbst fragte ich mich als Leser manchmal, wie weit man sich selbst aufgeben dürfe, sei es aus Liebe oder aus Lust. Wie man Lust empfinden könne, indem man sich aufgibt.

Der Leser erfährt von Os eigenen Zweifeln, von ihren Gedanken, was es über sie aussage, dass sie solche Lust dabei empfinde, sich auszuliefern, sich zu unterwerfen. Ich war fasziniert, schockiert, gefesselt, gebannt - als Leserin habe ich mich mit O quasi eins gefühlt. 

Die "Geschichte der O" ist einfach ein Klassiker und wer sich für dieses Genre interessiert, sollte es auf jeden Fall gelesen haben! Wer allerdings erwartet, hier etwas im Stile von "Shades of Grey" zu lesen, sollte gewarnt sein: Es ist keineswegs vergleichbar. Die "Geschichte der O" ist so viel brutaler - doch auch so viel faszinierender und bietet einen manchmal schockierenden Einblick in die Gedankenwelt einer Frau, die Lust dabei empfindet, sich auszuliefern.

Besonders "verloren" hat mich das Zusatzkapitel "Rückkehr nach Roissy" zurückgelassen. Auch hier habe ich mich noch eins mit O gefühlt und habe dementsprechend stark ihren Schmerz, ihren Verlust gespürt, als Sir Stephen sich von ihr abgewandt hat... Nach dem letzten Satz saß ich noch einge Zeit mit dem Buch in der Hand da, weil ich nicht glauben wollte, dass das nun wirklich das Ende war ;-) 

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4. Oktober 2014

"The Manhattan Diaries" von Beau Cyphre

Wo soll ich anfangen? Will ich zugeben, dass ich kein bisschen überrascht war, als er mich an die Wand presste, mich befummelte und küsste, ohne überhaupt zu fragen?

Es gibt Männer, und es gibt Prinzen. Er muss von Anfang an ein Prinz gewesen sein. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der die verrücktesten Dinge mit solch einer Überzeugung ausgesprochen hat, dass man sie nicht nur bedingungslos glaubt, sondern beinahe unmittelbar körperliche Erregung verspürt, die man sich nicht erklären kann.
"Ich muss nicht aufstehen, um dich zu küssen. Ich muss nicht meine Hand ausstrecken, um dich zu berühren."

Der Lärm der Stadt drang wie ein stetiges Rauschen in diese Höhe, und New York erschien mit einem Mal nicht wie eine Stadtt, sondern wie ein gigantisches, sich andauernd veränderndes Lebewesen.
aus: "The Manhattan Diaries" von Beau Cyphre

44 Seiten
ISBN:
9783956950216
Verlag: GiADAs EROTIC STORIES
Wow!
Ich liebe Bücher, die den Leser verändern, die ihn berühren, ihn verwirren, die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmen lassen - Bücher, die einfach anders sind.
"The Manhattan Diaries" von Beau Cyphre gehört ganz klar dazu!

Ich war noch nie in New York - und trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dabei zu sein. Mit anschaulichen Beschreibungen weckt der Autor die Sehnsucht, sich alles live anzusehen, live zu erleben.

Es fasziniert mich, wenn Worte (einfache Worte!) wirken wie ein Feuerwerk, wenn sie den Geist berühren und den Leser bewegen und erregen. Noch vor kurzem hätte ich das kaum für möglich gehalten, doch mittlerweile wurde ich eines Besseren belehrt. 

Der Humor kommt übrigens auch nicht zu kurz. Als ich das erste Mal laut auflachen musste, fiel meine Katze vor Schreck fast vom Sofa ;-)

"The Manhattan Diaries" verändert, verwirrt, bewegt, berührt - und haut den Leser einfach um. Es ist einfach... wow!
Und es ist eine dieser Geschichten, die man nur sehr schwer rezensieren kann, da es einfach keine passenden Worte dafür gibt. Überzeugt euch einfach selbst von der Magie, die Worte ausstrahlen können!
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18. September 2014

"Gentle Bondage: und andere musikalische schmutzige Geschichten" von Anne West

Ein Blick, bevor er über die Schwelle des Hotelzimmers trat. Ein Innehalten vor meinem Mund, bevor er ihn in Besitz nahm. Ein Griff, mit dem er mir den Kopf hochriss, damit ich im Spiegel des Zimmerflurs sehen konnte, wie er in mir ist, bewegungslos verharrend, seine Lenden an meinem Arsch, eine Hand um meine Brust. Ein Aussetzen seiner Fickbewegungen, bevor er meine Beine hochstemmte und die Absätze der Lackstilettos gegen seine Brust presste. Diese Zäsur, diese Synkope, das können nur die Spieler, weil sie wissen, dass sich durch eine Kunstpause die Spannung erhöht; ähnlich wie bei einem orchestralen Schlussakkord. Um zu schreien, muss man Luft holen.
aus: "Gentle Bondage: und andere musikalische schmutzige Geschichten" von Anne West

100 Seiten
ISBN: 9783426426883
Verlag: feelings
In vier Kurzgeschichten entführt Anne West ihre Leser in die Welt der Musik und die Welt der Erotik, des Sex, der Verbindung zwischen Musik und Sex. Ob C. darum bittet, gefesselt zu werden, während die Zauberflöte erklingt, eine Orchesterprobe zur „Symphonie fantastique“, die einen unerwarteten Verlauf nimmt, eine Tangolehrerin, deren neuer Schüler ihre Liebhaber aussucht und dem sie eine Lektion erteilt oder eine Affäre mit einem „Son of a Preacher Man“ – alle Storys knistern nur so vor Erotik und lassen dem Leser noch Raum für seine eigene Phantasie.

Mir persönlich haben die Storys „Gentle Bondage“ und „Adios, Tanguero“ am meisten zugesagt. Ganz besonders „Adios, Tanguero“! Wie schade, dass ich keinen Tango tanzen kann ;-) Denn darauf macht diese Geschichte eindeutig Lust!


„Gentle Bondage: und andere musikalische schmutzige Geschichten“ waren mein erstes Werk von Anne West, aber ganz sicher nicht mein letztes. Der Schreibstil, die Ideen, das ganze Gefühl, das den Leser beim Lesen ergreift – fantastisch! Anne West erzählt dem Leser eine Geschichte und lässt dabei trotzdem noch so viel Raum für die eigene Phantasie. Sie zaubert die Bilder förmlich vor das Auge des Lesers bzw. ich fühlte mich beinahe wie mittendrin!
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12. September 2014

"Die Göttin nebenan" von Nicolas Scheerbarth

204 Seiten
ISBN:
9783943805789
Verlag: GiADAs EROTIC STORIES
Als Robert seine neuen Nachbarinnen kennenlernt, ist es beinahe, als würde er eine andere Welt betreten. Eine Welt voller erotischer, selbstbewusster Frauen. Eine Welt, in der Frauen Göttinnen sind und sich ihrer selbst bewusst sind.

Ich bin mir etwas unsicher, was ich von „Die Göttin nebenan“ halten soll. Besonders das erste Drittel des Buches hat mir zunächst sehr gut gefallen! Zwar sind mir einige Rechtschreibfehler bzw. doppelte, fehlende oder nicht passende Wörter aufgefallen, die meinen Lesefluss etwas gestört haben, doch sprechen der übrige Schreibstil und insbesondere die erotischen Szenen für sich!


Nach etwa einem Drittel des Buches ereilte mich eine kleine Flaute und die Szenen zogen sich ein wenig hin. Eigentlich lese ich zwar schon ganz gerne Bücher, in denen andere als die gewöhnlichen Religionen vorkommen, insbesondere, wenn Göttinnen eine Rolle spielen, doch aus irgendeinem Grund kam ich in die Geschichte um die Göttin Astarte zunächst nicht so richtig rein.

Den Ansatz und den Hintergrund von Astarte, einer Fruchtbarkeits-, Liebes- und Kriegsgöttin fand ich eigentlich schon recht interessant – vielleicht fand ich also den richtigen Einstieg bloß nicht, weil ich mich trotzdem nicht ganz mit dem Glauben identifizieren konnte. Vielleicht sieht es anders aus, wenn ich das Buch zu einem anderen Zeitpunkt nochmals lese?


In der zweiten Hälfte baute sich allerdings doch noch wieder etwas mehr Spannung auf, auch wenn ich von einigen Wendungen dann doch ganz schön überrascht war, da ich überhaupt nicht damit gerechnet habe, in welche Richtung die Geschichte noch gehen könnte.


Es ist gerade ziemlich schwer für mich, das Buch zu beurteilen. Eigentlich ist da sogar positiv, weil ich dadurch viel länger über „Die Göttin nebenan“ nachdenke, als wenn ich es einfach bewerten und gedanklich wieder „beiseite schieben“ würde. Auch wenn es mich jetzt nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte, kann ich mir vorstellen, das Buch irgendwann nochmal zu lesen.

Für die Idee, den Schreibstil und die Beschreibungen der erotischen Szenen bekommt Nicolas Scheerbarth auf jeden Fall ein Lob! Dass es mich vom Thema im Moment nicht ganz überzeugen konnte, da kann ja der Autor nichts für ;-)


Eine Empfehlung für „Die Göttin nebenan“ von Nicolas Scheerbarth spreche ich auf jeden Fall aus, da ich denke, dass dies ein Buch ist, zu dem sich jeder eine eigene Meinung bilden sollte!
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26. August 2014

"Unter höllischem Schutz" von Natalie Luca

Nathaniel & Victoria #2
284 Seiten
ISBN: 9783646600308
Verlag: Impress
Victoria ist überglücklich, denn ihr Schutzengel Nathaniel weicht nicht mehr von ihrer Seite. Genau das hat sie sich gewünscht, auch wenn er niemals erfahren darf, was sie für ihn empfindet.
Doch Lazarus, einer von Luzifers Dämonen, gönnt den beiden das Glück nicht. Als er Victoria eine tödliche Falle stellt, begeht Nathaniel eine Unverzeihliche Tat, indem er seinen Schützling wieder ins Leben zurück holt.
Doch die Erzengel haben dieses Mal kein Erbarmen: Nathaniel fällt und wird für sein Vergehen in die Hölle verbannt... Victoria weiß, dass er dort große Qualen leidet und bietet Lazarus einen irrsinnigen Handel an...
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Es hat etwas gedauert, bis ich den zweiten Teil endlich gelesen habe, da mir der erste zwar gefallen, aber mich nicht extrem begeistert hat und es einiges gab, was sich für mich zu sehr in die Länge gezogen hat...

Ganz anders jedoch "Unter höllischem Schutz"! Dieses Buch habe ich quasi verschlungen und war mehr als begeistert. Es hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und wies für mich einiges mehr an Spannung auf "Unter goldenen Schwingen".

Das Cover mochte ich zwar bereits beim ersten Buch, doch gefällt mir das Cover zu "Unter höllischem Schutz" noch besser. Die vorwiegend rötlich-violetten Farben haben mich direkt angesprochen und erweckten durch den 'bedrohlichen' Farbton gleich den Gedanken ans Höllenfeuer.

Natalie Luca beschreibt hier wieder wunderschön die Gefühle und die große Liebe zwischen Nathaniel und Victoria und insbesondere die Probleme, die es mit sich bringt, als Nathaniel in die Hölle verbannt wird. 


Fazit: Nach einem guten Auftakt eine super Fortsetzung!
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25. August 2014

"Venusf@ll" von Ute Kissling

Klinker-Reihe #1
Das Böse sieht man den Menschen nicht an, sie verbergen es in ihrem Inneren.
aus: "Venusf@ll" von Ute Kissling

289 Seiten
Print ISBN: 9789963523191
ebook ISBN: 9789963523207   
Verlag: bookshouse
Inhalt:
Im Berliner Szene-Bezirk Prenzlauer Berg sind Kinder ein schickes Accessoire, Friseure nennen sich Artdirektoren, und die Bewohner finden sich mit Pilotenbrillen und ausgelatschten Schuhen hip. Der Arzt Ullrich Hallauf ist einer von ihnen und er ist tot.
Der grantige LKA-Ermittler Paul Klinker wird aus seinem Urlaub nach Berlin zitiert, doch bevor er aufbrechen kann, rettet er einer schwer verletzten Frau zufällig das Leben. Hat sie ihm deshalb das Säckchen mit dem Schmuckstück in die Hand gedrückt?
Bei seinen Ermittlungen im Fall „Hallauf“ dringt Paul mit seiner zickigen Kollegin Florentine Lanz in die geheimnisvolle Web 2.0-Welt und des Internet-Datings ein. Wer steckt hinter „VenusBerlin“? Und was für ein mysteriöser Gegenstand steckte in Hallaufs Hals? Gleichzeitig plagt Paul seine Vergangenheit, die er vehement mit Alkohol zu verdrängen versucht. Wird er mit der Schuld, die er auf sich geladen hat, jemals fertig werden?
Ein weiterer Mord im Zeichen der Venus schockiert Berlin.
Quelle: www.bookshouse.de


Mit "Venusf@ll" hat Ute Kissling einen fantastischen Auftakt der Reihe um Paul Klinker und Florentine Lanz geschrieben.

Obwohl es ja mittlerweile doch viele Bücher gibt, in denen Mann und Frau gemeinsam ermitteln und etwas Zeit brauchen, um überhaupt warm miteinander zu werden, etc., verleiht Ute Kissling ihren Protagonisten ihren ganz eigenen Charme. Klinker und Lanz waren mir beide sofort sympathisch und ich freue mich schon jetzt auf weitere Fälle mit den beiden. 


Was mir auch sehr gut gefallen hat, war, dass Ute Kissling das Thema Internet und Dating-Portale geschickt eingebracht hat und durch den Altersunterschied zwischen Klinker und Lanz auch immer wieder deutlich wurde, wie vieles, was mit dem Internet zusammenhängt, für jüngere Leute so selbstverständlich ist, während ältere Generationen gar nicht wissen, wovon die Rede ist. 

Einen Verdacht bezüglich der Lösung des Falles hatte ich relativ bald - konnte mir allerdings überhaupt nicht zusammenreimen, wie das alles zusammenhängen könnte und habe zwischenzeitlich auch immer wieder andere Personen verdächtigt. 

Das Ende gefiel mir eigentlich auch sehr gut und das Buch ist in sich erst mal abgeschlossen - aber einen kleinen Cliffhanger hat die Autorin doch noch gesetzt, der mich nun natürlich nicht in Ruhe lässt und mich gespannt auf das zweite Buch warten lässt ;-)
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